Verschleißarme Förderrollen erfordern umfangreiche Materialforschungen

Förderrollen im Industriebereich sind hohen Belastungen ausgesetzt - gleichzeitig sollen für einzelne Bauteile je nach Einsatzzweck auch bestimmte Eigenschaften optimal erfüllt werden, wie etwa besonders leichter Anlauf, Korrosionsbeständigkeit, Schlagzähigkeit und Ähnliches. Dabei spielt aber nicht nur die Konstruktion des Bauteils eine Rolle, sondern vor allem auch die verwendeten Materialien.

Förderrollen bestehen in der Hauptsache aus einer Achse, den Lagern und dem darüber liegenden Rohr. Lager und Achse sind praktisch ausschließlich aus kalt gezogenem Stahl oder Niro-Stahl hergestellt, manchmal auch verzinkt. Stahl ist bei Lagern und Achsen am widerstandsfähigsten gegen Verschleiß und mechanische Belastungen. Erst beim Rohr kommen verschiedene Materialien zum Einsatz - je nach Anforderungen entweder Stahl (verzinkt oder Niro-Stahl), Aluminium oder technische Kunststoffe mit speziellen Eigenschaften.

Stahl hat die größte Festigkeit und Biegesteifigkeit, muss aber gegen Korrosion geschützt werden - meist wird daher verzinkter Stahl oder Niro-Stahl eingesetzt. Stahlrohre haben außerdem den Vorteil, dass mechanische Teile wie Kettenräder oder Spurkränze direkt angeschweißt werden können. Daneben gibt es noch spezielle Oberflächengestaltungen bei Stahlrohren, wie beispielsweise eine Gummierung oder ein PVC-Schlauchüberzug. Der große Nachteil von Stahl jedoch ist sein hohes Gewicht.

Ein Aluminiumrohr im Vergleich wiegt gerade mal ein Drittel des Stahlrohres, hat dafür aber auch nur etwa ein Drittel der Biegesteifigkeit von Stahl. Die Festigkeit ist nur wenig geringer als die von Stahl, und Aluminium braucht auch nicht gegen Korrosion geschützt zu werden.

Kommt es nicht so sehr auf die Tragfähigkeit an, haben Rohre aus so genannten technischen Kunststoffen, hauptsächlich Hart-PVC gegenüber Stahl und Aluminium einige entscheidende Vorteile: sie sind wesentlich leichter, hochschlagzäh, geräuschdämpfend und sehr viel leichter zu reinigen darüber hinaus auch noch und korrosions- und hoch chemikalienbeständig und lebensmittelgeeignet. Polyamid findet vor allem an Kettenradköpfe, Dichtungen und Lagerböden Verwendung durch seine hervorragenden mechanischen Eigenschaften, die hohe Verschleißfestigkeit und den niedrigen Reibwert. Polyamid ist auch praktisch unanfällig gegen Materialermüdung. Polyoxymethylen wird vor allem für Präzisionsteile verwendet, ist extrem formstabil und besonders verschleißfest und nimmt - anders als Polyamid - praktisch kaum Wasser auf. Polypropylene hingegen zeichnen sich wiederum durch eine hohe Hitze- und Chemikalienbeständigkeit aus und wird ebenfalls oft in Lagerböden eingesetzt.

Technische Kunststoffe finden sich mittlerweile in einer Vielzahl von Einsatzbereichen bei Hersteller für Förderbandrollen (DOH-Jennes) , weil sie oft durch ihre technischen Eigenschaften besser geeignet sind als andere Materialien. Im Bereich der Materialforschung werden dabei laufend neue Kunststoffe getestet und auf ihre speziellen Eigenschaften hin untersucht, um neue oder verbesserte Einsatzmöglichkeiten zu entwickeln.